Siradj Duhan
Maschinenbauingenieur, Ziviltechniker und Initiator zahlreicher Projekte der bosnischen Diaspora in Österreich – darunter die Gründung von BADA und die Anerkennung der bosnischen Sprache.
Seit 1994 verbindet die Gesellschaft Bosnischer Akademiker in Österreich Menschen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Unsere Geschichte ist geprägt von Verantwortung, Dialog und dem Anspruch, Brücken zwischen Bosnien und Herzegowina und Österreich zu bauen.
Persönlichkeiten, die ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihr gesellschaftliches Engagement über Jahrzehnte eingebracht haben.
Maschinenbauingenieur, Ziviltechniker und Initiator zahlreicher Projekte der bosnischen Diaspora in Österreich – darunter die Gründung von BADA und die Anerkennung der bosnischen Sprache.
Die ausführliche Biografie wird derzeit ergänzt. Marko Dragaš unterstützt den Vorstand und die Weiterentwicklung der Gesellschaft.
Die ausführliche Biografie wird derzeit ergänzt. Alen Suljagić ist Teil des Vorstands und engagiert sich für die Arbeit und Ziele von BADA.
Persönlichkeiten, deren Wissen, Haltung und Engagement die Gesellschaft nachhaltig geprägt haben.
Schriftsteller und prägende Persönlichkeit der bosniakischen Kultur. Er setzte sich besonders für die Anerkennung der bosnischen Sprache in Österreich ein.
International anerkannter Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Dramatiker. 1994 wurde er zum ersten Präsidenten der Gesellschaft gewählt.
Unternehmer, Förderer bosnisch-österreichischer Beziehungen und Ehrenbotschafter Bosnien und Herzegowinas in Österreich.
Islamwissenschaftler, Bibliothekar und Autor. Sein Werk steht für eine kulturverbindende und differenzierte Auseinandersetzung mit dem Islam.
Wirtschaftsfachmann, Unternehmer und Unterstützer bosnischer Initiativen, insbesondere im Bereich Bildung.
BADA versteht seine Arbeit im Kontext einer langen bosnischen Geschichte und einer ebenso langen Verbindung zwischen Bosnien und Herzegowina und Österreich.
Ban Kulin schloss am 29. August 1189 ein Handelsabkommen mit der Republik Dubrovnik. Die „Povelja Kulina bana“ zählt zu den frühesten staatlichen Dokumenten auf dem Balkan und wurde in Bosančica, einer alten bosnischen Schrift, verfasst. In ihr werden Bosnien und seine Bevölkerung, die Bosnjani, ausdrücklich erwähnt.
Mit der osmanischen Eroberung endete die Unabhängigkeit des bosnischen Königreiches. Bosnien blieb bis 1878 Teil des Osmanischen Reiches – eine Epoche, die Gesellschaft, Kultur, Religion und Architektur nachhaltig prägte.
Der Berliner Kongress stellte Bosnien 1878 unter österreichisch-ungarische Verwaltung. Damit begann eine intensive historische Verbindung zwischen Bosnien und Österreich. 1912 wurde der Islam in Österreich gesetzlich anerkannt. Die bosnische Bevölkerung der Monarchie wurde unabhängig vom Religionsbekenntnis als Bosniaken bezeichnet.
Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen Menschen aus Bosnien nach Österreich. Die größte Zuwanderungsbewegung erfolgte jedoch während und nach dem Krieg in Bosnien und Herzegowina von 1991 bis 1995. In Wien, Wels, Linz, Salzburg und Graz entstanden bedeutende bosnische Gemeinschaften.
Schon während der ersten Flüchtlingswelle organisierten sich Menschen aus Bosnien und Herzegowina, um humanitäre Hilfe zu leisten, Informationen weiterzugeben und gesellschaftliche Strukturen aufzubauen.
Siradj Duhan rief Akademikerinnen und Akademiker aus Bosnien zusammen, um die Gesellschaft Bosnischer Akademiker in Österreich zu gründen. Bei der Generalversammlung im Jahr 1994 wurde Univ. Prof. Dževad Karahasan zum ersten Präsidenten der Gesellschaft gewählt.
In den ersten Jahren konzentrierte sich die Gesellschaft darauf, verlässliche Informationen über Bosnien zu vermitteln und sich für die Anerkennung der bosnischen Sprache in Österreich einzusetzen. Besonders Univ. Prof. Alija Isaković und Dževad Karahasan leisteten hierzu wichtige Beiträge.
Die Zusammenarbeit mit Simon Wiesenthal bestärkte die Gesellschaft in ihrem Einsatz für Wahrheit und Erinnerung. Als Ehrenmitglied ermutigte er BADA, diesen Weg konsequent weiterzugehen.
Die Gesellschaft veröffentlichte unter anderem „Mit Bosniaken im Weltkrieg“ von Pero Blašković. Mit Dr. Smajl Balićs „Der vergessene Islam“ entstand außerdem ein Werk über jene liberale Auslegung des Islam, die Bosnien über Jahrhunderte geprägt hat.
Nach dem Ableben mehrerer prägender Mitglieder verlagerte sich ein Teil des Schwerpunktes auf wirtschaftliche und kulturelle Aktivitäten. Heute organisiert BADA Begegnungen mit Wirtschaftstreibenden aus Bosnien und Österreich und unterstützt Kooperationen und Investitionen.
Vorträge und Veranstaltungen fördern Vernetzung und Integration. Auch kulturelle Initiativen, darunter der seit 2016 aktive Frauenchor, leisten ihren Beitrag.
Zu den langfristigen Schwerpunkten zählen die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Österreich und Bosnien und Herzegowina, die Kooperation mit komplementären Organisationen sowie die Unterstützung eines Informations-, Kultur- und Ausbildungszentrums.
Siradj Duhan wurde in Vrse bei Gornji Vakuf geboren. Er besuchte die Grundschule in Prozor, die Maschinenbautechnische Schule in Bugojno und die Fakultät für Maschinenbau in Banja Luka. Ein Semester seines Praktikums absolvierte er an der Technischen Universität Eindhoven. Sein postgraduales Studium in Raketentechnik schloss er in Sarajevo ab.
In Österreich wurde er staatlich befugter und beeideter Ziviltechniker für Maschinenbau. Beruflich war er zunächst in der Rüstungsindustrie „Slavko Rodić“ in Bugojno tätig. 1990 zog er nach Wien, wo er als Entwicklungsleiter für technische Anlagen arbeitete. Seine berufliche Laufbahn beendete er bei Schindler, wo er an der Entwicklung von Rolltreppen für U-Bahnen und Flughäfen mitwirkte.
Siradj Duhan ist Initiator und Förderer zahlreicher Projekte innerhalb der bosnischen Diaspora. Dazu zählen insbesondere die Anerkennung der bosnischen Sprache in Österreich, die Gründung der Gesellschaft Bosnischer Akademiker in Österreich (BADA), die Initiative zur Anerkennung der bosnischen nationalen Minderheit sowie sein Engagement als erster Präsident der Gesellschaft Bosnischer Akademiker in der EU (BADEU).
Darüber hinaus ist er Autor des Buches „Pomirenje svjetova“ – „Versöhnung der Welten“.
Die ausführliche Biografie von Mag. Marko Dragaš wird derzeit ergänzt.
Als Obmann Stellvertreter unterstützt er die strategische und organisatorische Arbeit der Gesellschaft.
Die ausführliche Biografie von Alen Suljagić wird derzeit ergänzt.
Als Obmann Stellvertreter ist er Teil des Vorstands und engagiert sich für die Arbeit und Weiterentwicklung der Gesellschaft.
Alija Isaković wurde 1932 in Stolac geboren und starb 1997 in Sarajevo. Er wurde im Harem der Ferhadija-Moschee in Sarajevo beigesetzt. Aufgewachsen in Internaten, führte ihn sein Bildungsweg durch verschiedene Orte des damaligen Jugoslawiens – von Bitunje und Stolac über Zagreb und Crikvenica bis Pančevo und Belgrad.
Isaković war Schriftsteller und eine prägende Persönlichkeit des öffentlichen und gesellschaftspolitischen Lebens innerhalb der bosniakischen Kultur und Literatur. Zu seinen zahlreichen Werken zählen unter anderem „Sonne auf der rechten Schulter“ und „Der Aufstand“.
1996 organisierte die Gesellschaft in Wien die Präsentation seines Buches „Die Anthologie des Bösen“. In seinen Reden erinnerte Isaković eindringlich an die Folgen des Krieges und an die Verantwortung, Erfahrungen und Wahrheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Alija Isaković war Mitbegründer der Gesellschaft und gehörte zu jenen Mitgliedern, die sich besonders um die Anerkennung der bosnischen Sprache in Österreich verdient gemacht haben.
Dževad Karahasan (1953–2023) war ein renommierter bosnisch-herzegowinischer Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Dramatiker. Er wurde in Duvno, dem heutigen Tomislavgrad, geboren und verstarb am 19. Mai 2023.
Karahasan studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft in Sarajevo und promovierte in Zagreb. In Sarajevo arbeitete er als Redakteur des Magazins Odjek und später als Professor und Dekan der Akademie der Bühnenkünste. Er lehrte unter anderem an Universitäten in Salzburg, Innsbruck, Berlin und Basel und war DAAD-Stipendiat in Berlin sowie Stadtschreiber in Graz.
Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Beiträge und literarische Werke, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Seit 2008 war er Vollmitglied der Akademie der Wissenschaften und Künste Bosnien und Herzegowinas und gehörte auch der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung an.
1994 wurde Karahasan zum ersten Präsidenten der Gesellschaft Bosnischer Akademiker in Österreich gewählt. Zu seinen auf Deutsch erschienenen Werken zählen „Der östliche Diwan“, „Schahrijars Ring“, „Das Buch der Gärten“ und „Der Trost des Nachthimmels“.
Für sein literarisches Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Bruno-Kreisky-Preis, den Vilenica-Literaturpreis, den Heinrich-Heine-Preis, die Goethe-Medaille und einen Ehrendoktortitel der Universität Basel.
Pavo Jusuf Urban wurde am 5. Juli in Sarajevo geboren. Sein Vater Čedomir Urban war Offizier der österreichisch-ungarischen Armee im bosnisch-herzegowinischen Infanterieregiment Nr. 1. Nach dem Ende der Monarchie kehrte die Familie nach Österreich zurück.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Urban unter anderem Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich und Präsident der Österreichisch-Jugoslawischen Gesellschaft. Seine Verbundenheit mit Bosnien blieb dabei ein wesentlicher Teil seines gesellschaftlichen Engagements.
Die Idee für sein Unternehmen „Melbrosin International“, das Bienenprodukte wie Propolis, Pollen und Gelée Royale herstellte und exportierte, entstand aus seiner Verbindung zu Bosnien. Der wirtschaftliche Erfolg ermöglichte ihm die Finanzierung zahlreicher gesellschaftlicher Aktivitäten.
Besonders wichtig war ihm die Pflege der Meletta-Tradition und die Erinnerung an das bosniakische Infanterieregiment Nr. 2. Er engagierte sich in der Österreichischen Gesellschaft für bosnisch-herzegowinische Beziehungen.
Nach der Unabhängigkeit Bosnien und Herzegowinas ernannte ihn Präsident Alija Izetbegović zum Ehrenbotschafter Bosnien und Herzegowinas in Österreich. Während des Krieges war Urban einer der Mitbegründer der Bosnischen Akademischen Gesellschaft in Österreich und stellte auch die Verbindung zu Simon Wiesenthal her.
Er wurde mit hohen österreichischen und steirischen Auszeichnungen geehrt. Seine letzte Ruhestätte befindet sich in Wien; eine Gedenkstatue erinnert auf dem bosniakischen Militärfriedhof in Lebring an ihn.
Dr. Smajl Balić wurde 1920 in Mostar geboren und starb im März 2002 in Zwerndorf bei Wien. Er studierte Islamische Theologie in Sarajevo und verteidigte 1945 in Wien seine Dissertation zum Thema „Geistige Triebkräfte im bosnisch-herzegowinischen Islam“.
Nach 1945 unterrichtete er Orientalistik in Wien. Von 1962 bis 1963 war er Dozent für deutsche Sprache an einer Privathochschule in Kuwait. Zwischen 1963 und 1984 arbeitete er an der Österreichischen Nationalbibliothek als wissenschaftlicher Bibliothekar und betreute orientalische Sprachen und arabische Handschriften. Zudem war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Königlichen Instituts für islamisches Denken in Jordanien.
Als prominenter Islamwissenschaftler setzte sich Balić für eine integrativ-kulturelle Wahrnehmung des Islams ein und kritisierte besonders dessen politische Instrumentalisierung. In seinen späteren Jahren widmete er zahlreiche Studien und Vorträge jenem Islamverständnis, das Bosnien und Herzegowina über Jahrhunderte geprägt hatte.
1995 wurde er in Österreich mit dem Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet. Mit „Der vergessene Islam“ hinterließ er eine nachhaltige Spur in der bosnischen und bosniakischen Kultur.
Ausgewählte Werke:
Mahmud Pašić wurde am 26. September 1927 in Tuzla geboren und verstarb 2011 in Wien, wo er auf dem islamischen Friedhof beigesetzt wurde. Nach seiner Schulzeit in Tuzla schloss er 1954 sein Wirtschaftsstudium an der Wirtschaftsuniversität in Zagreb ab.
Er arbeitete als Stellvertreter der jugoslawischen Firma Ferimport in Pakistan und im Iran. Später war er im Iran für Elastogran, eine Tochtergesellschaft des deutschen BASF-Konzerns, tätig. Im Verlauf seiner beruflichen Laufbahn übersiedelte er nach Wien und gründete dort sein eigenes Unternehmen AMICO.
Dank seiner langjährigen Erfahrung im Iran war Pašić auch als Übersetzer für jugoslawische Vertreter tätig. Als Berater für Unternehmen trug er zu guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Jugoslawien und dem Iran bei.
Seine Verbundenheit mit Bosnien blieb stets stark. Er unterstützte Familien verunglückter Bergarbeiter und ermöglichte deren Kindern den Schulbesuch. Nach seiner Ankunft in Wien setzte er diese Mission fort und förderte bosnische Initiativen, insbesondere im Bildungsbereich.
Mahmud Pašić war Mitbegründer der Gesellschaft Bosnischer Akademiker in Österreich.
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